Archiv Predigten

PredigtEN  der Ev. Kirchengemeinde Erfurt-Südost sind hier für einen Monat nach dem Erscheinen bzw nach dem jeweiligen Gottesdienst nachlesbar bzw nachhörbar

Pfingstgottesdienst in der Lukaskirche

Pfingstgottesdienst in der Lukaskirche

Am Pfingstmontag lädt Herr Ludwig herzlich zum Gottesdienst in die Lukaskirche ein
Beginn: 10:00 Uhr
Hier können Sie seine Predigt vor- bzw. nachlesen:

Predigt am 24. Mai 2021 Pfingstmontag

Predigttext: 1. Korinther 12, 4-11

 

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

Amen 

Liebe Gemeinde,

Begeisterung ist das Motto des Festes, das wir heute feiern und gestern schon gefeiert haben. Das Pfingstfest.
Obwohl viele Menschen heutzutage mit diesem Fest nichts mehr anzufangen wissen, freuen sich aber dennoch alle über die beiden Feiertage.
Pfingsten der Geburtstag der Kirche.
Gott hat seinen Heiligen Geist zunächst den Aposteln damals in Jerusalem gegeben.
Ein Geist der Veränderung und des Neuanfangs. Ein Geist, der begeistert.
Wie ein frischer Wind kam der Geist über die Jünger.
Beim ersten Pfingstfest, damals in Jerusalem, wurde schon gefeiert nämlich das jüdische Fest Schawuot. Es ist das jüdische Erntedankfest, das 50 Tage, also sieben Wochen plus einen Tag, nach dem Passahfest gefeiert wird.
Kein Wunder also, dass ganz schön was los war in Jerusalem. Die ganze Stadt war auf den Beinen. Die Alteingesessenen, und auch die Zugezogenen. Die Jünger und Jüngerinnen waren auch in der Stadt.

Und plötzlich ergreift der Heilige Geist Besitz von den Jüngern.
Schlagartig verändert sich alles. Aus den ängstlichen Jüngern werden mutige Zeugen ihres Herrn.
Das ist das Wirken des Heiligen Geistes.

Gottes Geist ist wie ein Sturm, der Menschen, die eben noch voller Sorge und Angst um ihr eigenes Leben waren, in Bewegung setzt. Gottes Geist ist wie ein Sturm, der treibt und wachrüttelt, der Verhältnisse ändert, der begeistert.
Wer zünden will, muss selber brennen.

Was ist der Heilige Geist für uns hier und heute?
Lassen wir uns begeistern, so wie die Jünger damals?
Paulus erklärt in seinem Brief an die Korinther, wie das mit dem Heiligen Geist ist. Nicht etwa, wie wir ihn uns vorzustellen haben, sondern was er tut, wie er wirkt.
Hören wir Worte aus 1. Korinther 12, die Verse 4-11.

4 Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist. 5Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr. 6Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen. 7Durch einen jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller. 8Dem einen wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben; dem andern ein Wort der Erkenntnis durch denselben Geist; 9einem andern Glaube, in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in dem einen Geist; 10einem andern die Kraft, Wunder zu tun; einem andern prophetische Rede; einem andern die Gabe, die Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Zungenrede; einem andern die Gabe, sie auszulegen. 11Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist, der einem jeden das Seine zuteilt, wie er will.

So ist das also mit dem Geist Gottes, er begeistert nicht nur, sondern er verteilt auch unterschiedliche Gaben.
Es sind Gaben, die der Heilige Geist gibt und zur Wirkung kommen lässt zum Nutzen aller, wie Paulus es ausdrückt.
Auch wir haben Gaben und Aufgaben von Gott bekommen:
Einer kann gut singen. Einer ist begabt zum Reden.
Wieder einer kann geduldig zuhören.
Ein weiterer kann gut organisieren.
Treue im Gebet und in der Fürbitte sind auch ganz wichtige Gaben und Aufgaben.
Nicht zu vergessen den, der seine handwerklichen Fähigkeiten einsetzt. Ganz unterschiedlich sind die Gaben und Aufgaben – aber alle sind gleich viel wert.

Keiner kann für sich allein etwas bewirken. Die Vielfalt ist wichtig, wo einer den anderen unterstützt, wo man sich gegenseitig ergänzt.
Es ist der Heilige Geist, der uns Menschen die Augen, die Ohren und das Herz öffnet für die Liebe Gottes, die in Jesus Christus sichtbar und greifbar geworden ist.
Wo Menschen den Heiligen Geist empfangen, da schließt er sie zu einer Gemeinde zusammen. Das bedeutet, dass einer für den anderen da ist. Das heißt, sich gegenseitig ergänzen, miteinander, füreinander da sein.

Aber sind wir doch mal ehrlich. Auch, wenn wir sagen, dass alle Gaben und Aufgaben gleich viel wert sind. Wir sind doch alle versucht, uns mit anderen zu vergleichen. Und manchmal schleicht sich auch ein wenig Neid ein.

Missgünstig besehen wir die Gaben der anderen und kommen uns dabei dann vielleicht sogar gering, ja unnütz vor.
Aber bei Gott braucht keiner Minderwertigkeitskomplexe zu haben. Da ist der, der die Kirche für den Gottesdienst vorbereitet, genauso geachtet, wie der oder die, die den Gottesdienst dann schließlich hält. Keiner sollte seine Tätigkeit in der Gemeinde unterschätzen. Es soll sich aber auch keiner über andere erheben und von sich selbst denken, wichtiger, besser, qualifizierter zu sein als die anderen.
Gewähren wir Neid, Missgunst und Überheblichkeit Einlass in unser Leben und Einlass in unsere Gemeinde, dann hemmen wir das Wirken des Heiligen Geistes. Dadurch stehen wir einem lebendigen, aktiven Gemeindeleben im Weg.
Lassen wir zu, dass Gottes Geist uns begeistert und uns umsetzen, was wir dadurch als richtig und wichtig erkennen.

Nehmen wir doch das Pfingstfest zum Anlass, dass wir uns ganz neu begeistern lassen vom Geiste Gottes, dass wir ihn aufnehmen und wirken lassen, auch seine verändernde Wirkung zulassen; für uns als einzelne, aber auch für uns als Gemeinde.

Ich wünsche Ihnen, dass sie sagen, ja, du, Gott, begeisterst mich! Nehmen Sie diese Begeisterung mit in den Alltag. Und wer begeistert ist, kann andere begeistern.
So ist es – so soll es sein.
AMEN

Und der Friede Gottes welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

 

Predigtvorlage: Prädikantin Ute Arnold

 

 

Foto: MarschallFoto: MarschallLutz Ludwig
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