Archiv Predigten

ausgewählte PredigtEN  der Ev. Kirchengemeinde Erfurt-Südost sind hier für einen Monat nach dem Erscheinen bzw nach dem jeweiligen Gottesdienst nachlesbar bzw nachhörbar

Gottesdienste zum 29.05.2022 Exaudi

Gottesdienste zum 29.05.2022 Exaudi

Am Sonntag dem 29. Mai lädt Pfarrerin Sydow Sie zu den Gottesdiensten
9:30 Uhr in die Lukaskirche und 
11:00 Uhr in die Gustav-Adolf-Kirche ein

Lesen Sie hier ihre Predigt zum Glaubensbekenntnis

Foto. Lotz

Die Gnade Gottes, die Liebe Jesu Christie und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen

Liebe Schwestern und Brüder,

Im Ablauf des Gottesdienstes ist in den letzten Monaten, zumindest in meinen Gottesdiensten, das Glaubensbekenntnis etwas zu kurz gekommen, es wurde hinsichtlich der gekürzten Gottesdienstzeit oft genug gestrichen. Und deshalb möchte ich das Glaubensbekenntnis heute in den Mittelpunkt unseres Nachdenkens stellen. Wir beten sonntags das sog. Apostolische Glaubensbekenntnis, das wird auch in der kath. Kirche gebetet, aber es gibt den Unterschied, daß die Protestanten beten: ich glaube an die heiligen christliche Kirche und unsere kath. Gechwister beten: ich glaube an die heilige katholische Kirche. Dann haben wir im EG noch das nizänische GB , das klingt etwas esoterisch und fast modern. Wir haben es auch schon zusammen gesprochen.

Das Ap. GB entstand im 5. Jahrhundert und bietet eine Zusammenfassung von Glaubensinhalten, die heute eher erklärungsbedürftig sind. Wir ermuntern die Konfirmanden und Konfirmandinnen immer mit dem Hinweis, das wer es oft genug mitgebetet hat, es dann auch auswendig kann. Beide GB , das apostolische und das nizänische, sind entstanden zum Zweck des liturgischen Betens und Bekennens, als Zusammenfassungen des Glaubens und Ausdruck gemeinsamer Wahrheiten.

Wenn Sie Ihr Liedblatt anschauen, finden Sie ein Lied als GB auf die alte Gesangbuchmelodie „Wir glauben Gott im höchsten Thron“.

Der Liedtext ist 1985 entstanden und von Gerhard Bauer erdichtet und bietet eine sehr moderne Zusammenfassung und Darstellung unseres christlichen Glaubens.

Wir glauben Gott ist in der Welt,
der Leben gibt und Treue hält,
Gott fügt das All und trägt die Zeit,
Erbarmen bis in Ewigkeit.

Wir glauben: Gott hat ihn erwählt,
den Juden Jesus für die Welt.
Der schrie am Kreuz nach seinem Gott,
der sich verbirgt in Not und Tod.

Wir glauben: Gottes Schöpfermacht
hat Leben neu ans Licht gebracht,
denn alles, was der Glaube sieht,
spricht seine Sprache, singt sein Lied.

 

Ja, wir glauben wirklich, daß Gott in der Welt ist, dass sie nicht vollständig gottverlassen ist und manchmal können wir ihn fühlen, wenn wir eine Krise überstanden haben, wenn eine Stimme in uns selbst uns Mut machte.

Ja, wir glauben, dass das Lebensbeispiel von Jesus Christus prägend und wegweisend für alle Menschen sein kann und ja wir glauben, daß Gott uns auch in der tiefsten Not beisteht, ja manchmal finden wir ihn erst dort in der größten Not.

Ja, wir machen die Erfahrung, dass Gott sehr weit weg sein kann, zugleich glauben wir an die lebenserneuernde Kraft Gottes.

Wir glauben: Gott wirkt durch den Geist.
Was Jesu Taufe uns verheißt:
Umkehr aus der verwirkten Zeit
und Trachten nach Gerechtigkeit.

Wir glauben: Gott ruft durch die Schrift,
das Wort, das unser Leben trifft.
Das Abendmahl mit Brot und Wein
lädt Hungrige zur Hoffnung ein.

Wenn unser Leben Antwort gibt
darauf, dass Gott die Welt geliebt,
wächst Gottes Volk in dieser Zeit,
Erbarmen bis in Ewigkeit.

Ja, wir glauben auch gegen die Augenschein dass Gottes Heiliger Geist auf der Erde, unter uns unterwegs ist, und ja wir wissen, dass Menschen das Gute verwirken und zerstören können und es auch tun. Ja wir wissen, dass die Fragen nach Gerechtigkeit unter uns nicht geklärt sind, das Unrecht und Benachteiligung, Profit und Gier das Leben vieler Menschen beschädigen.

Ja, wir glauben, dass wir im Gespräch, im Gebet, im Lesen der Bibel herausfinden können, was Gott von uns will.

Ja wir glauben, dass die Stärkung und Vergewisserung im Abendmahl uns als ganzen Menschen umfaßt.

Und ja wir hoffen, dass mehr Menschen versuchen das Gute zu tun, ja wir hoffen, dass wir einander Weggefährten sind und das wir auch noch Weggefährten hinzugewinnen können.

Aus dem Buch „Religion und Spiritualität in unserer Gesellschaft“ Seiten 61 unten bis 62

Amen

 

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