Archiv Predigten

PredigtEN  der Ev. Kirchengemeinde Erfurt-Südost sind hier für einen Monat nach dem Erscheinen bzw nach dem jeweiligen Gottesdienst nachlesbar bzw nachhörbar

Gottesdienste am 16.05.2021

Gottesdienste am 16.05.2021

Wir laden ein zu unseren Gottesdiensten
ab 9:30 Uhr in die Lukaskirche
und ab 11:00 Uhr in die Gustav-Adolf-Kirche
mit OGP Thomas Riedel
Lesen Sie hier seine Predigt für alle, die nicht dabei sein können:

Liebe Leserinnen und Leser,

dieser Sonntag ist ein Zwischenspiel, gerahmt von zwei Festen, großen Ereignissen. Da haben wir Himmelfahrt, als Christus in Gottes Herrlichkeit zurückkehrte, und dann haben wir Pfingsten, das große Geburtsfest der Kirche, als Gottes Geist auf seine Anhänger ausgeschüttet wurde. Und dazwischen unser Sonntag, dieser Gottesdienst. Ein Zwischenstück, ein Sonntag, der uns auf das Warten fokussiert.

Als Jesus verschwand, blieben seine Jünger allein. Wie mögen die sich gefühlt haben? Fühlten sie sich zurückgelassen, isoliert, einsam? Oder waren sie voller Zuversicht auf das, was Christus ihnen versprochen hatte?

Vielleicht fühlten sie eine Spannung, in der sie sich befanden, nachdem ihr Herr gen Himmel aufgefahren war. Sie wissen um die Verheißung des Geistes, haben ihn aber noch nicht erfahren. Sie leben in einer kaum erträglichen Erwartung, denn das Vergangene hat nun keine Bedeutung mehr und das Zukünftige hat noch keine Kraft. Vielleicht fühlten sie sich machtlos, gelähmt.
In diese Spannung hinein erklingt als Erinnerungsruf die Rede Jesu, in der er den Tröster, seinen Geist, verheißt. Darüber erzählt uns auch der Predigttext aus Johannes 7:

Lebendiges Wasser im Überfluss

37Am letzten Tag, dem größten Tag des Festes, trat Jesus ´vor die Menge` und rief: »Wer Durst hat, soll zu mir kommen und trinken! 38Wenn jemand an mich glaubt, werden aus seinem Inneren, wie es in der Schrift heißt, Ströme von lebendigem Wasser fließen.« 39Er sagte das im Hinblick auf den ´Heiligen` Geist, den die empfangen sollten, die an Jesus glaubten. Der Geist war zu jenem Zeitpunkt noch nicht gekommen, weil Jesus noch nicht in seiner Herrlichkeit offenbart worden war.

Es bleibt ihnen in diesem Moment nichts weiter übrig, als sich auf die Worte Jesus zu beziehen. Ihnen zu vertrauen. Eine schwierige Situation!
Eine Herausforderung, fokussiert zu bleiben. Ich denke, uns geht es oft genauso wie den Jüngern damals. Mir geht es so. Einerseits weiß ich um die Zusage Gottes. Ich weiß, dass Gottes Geist mächtig ist. Andererseits stellen sich mir Fragen, die mich ins Grübeln bringen. Warum spüre ich selten seine Gegenwart? Wieso sterben Menschen, die mir lieb sind? Wieso gibt es überhaupt Himmel und Erde? Wo ist diese Herrlichkeit Gottes? Warum geht es so vielen Menschen schlecht auf dieser Welt? usw. Vielleicht kennen Sie auch solche Fragen, in denen Sie sich wie in einer Zwischenzeit fühlen.

Ich denke, viele Menschen treibt diese Zwischenzeit ins Abseits. Sie denken, Gott gibt es nicht. Sie kommen ins Straucheln und geben auf. „Fallen ist keine Schande, aber Liegenbleiben!“, so sagte schon der griechische Philosoph Demokrit einige Jahrhunderte vor Christus. In Bezug auf den Glauben heißt das, Fragen stellen, ins Wanken kommen, nicht immer eine Antwort haben – das ist vollkommen in Ordnung. Vielleicht brauchen wir auch solche Phasen, um unseren Glauben zu stärken…

Aber nicht mehr glauben ist keine Alternative zum Glauben. Denn wir werden nur Gottes Kraft und Wunder erleben, wenn wir an ihm dranbleiben. Ihm Raum geben. Auch heute noch können wir kleine und große Wunder erleben. Jedoch müssen wir uns dazu an Gottes Versen heften.

Vielleicht können uns die Jünger Jesus ein Beispiel sein. Ich denke, sie haben sich in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen können, dass sie nach Pfingsten in der Kraft Gottes sogar Menschen heilten.

Das zeigt uns bei Gott zu bleiben, lohnt sich!

Amen.

 

Lukaskirche Foto: MarschallGustav-Adolf-Kirche Foto MarschallThomas Riedel
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