Archiv Predigten

PredigtEN  der Ev. Kirchengemeinde Erfurt-Südost sind hier für einen Monat nach dem Erscheinen bzw nach dem jeweiligen Gottesdienst nachlesbar bzw nachhörbar

Gottesdienst zum 7.So.n. Trinitatis am 18. Juli 2021

Gottesdienst zum 7.So.n. Trinitatis am 18. Juli 2021

Am Sonntag lädt OGP Thomas Riedel Sie zum Gottesdienst ab 09:30 Uhr in die Gustav-Adolf-Kirche
Lesen Sie seine Predigt hier:

Predigt zu 1. Könige 17,1-16

Liebe Gemeinde,

der heutige Predigttext aus 1. Könige 17 erinnert eher an ein Märchen als an eine glaubhafte biblische Erzählung. Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: Wir befinden uns ca. 860 v. Christus im Nordreich Israels. Ahab war König und interessierte sich mehr für seine Macht als für den Glauben an den einen Gott. So heiratete er die phönizische Prinzessin Isebel und führte den Baalskult aus dem heutigen Syrien ein. Fortan gab es zwei Tempel im Land, den für den einen Gott JHWH und den für Baal. Dies ließ sich Gott nicht gefallen und schickt Elia als seinen Propheten zu Ahab, um eine Strafe anzukündigen.

1.Könige 17,
1 Elija, ein Tischbiter aus Tischbe in Gilead, kündigte Ahab an: »So gewiss der Herr, der Gott Israels, lebt, in dessen Dienst ich stehe! Es wird in diesen Jahren weder Tau noch Regen geben – es sei denn, dass ich es befehle.«

Gott versorgt Elija am Bach Kerit

2 Danach kam das Wort des Herrn zu Elija:
3 »Geh weg von hier in Richtung Osten! Versteck dich am Bach Kerit, der in den Jordan fließt!
4 Aus dem Bach kannst du trinken. Den Raben habe ich befohlen, dich dort zu versorgen.«
5 Da ging er los und tat, was der Herr befohlen hatte. Er ging und setzte sich an den Bach Kerit, der in den Jordan fließt.
6 Morgens und abends brachten Raben ihm Brot und Fleisch. Trinken konnte er aus dem Bach.
7 Aber nach einiger Zeit trocknete der Bach aus, denn es gab keinen Regen im Land.

Elija hilft einer Witwe in Sarepta

8 Da kam das Wort des Herrn zu Elija:
9 »Auf, geh nach Sarepta, das bei Sidon liegt! Bleib dort! Denn ich habe einer Witwe befohlen, dich dort zu versorgen.«
10 Da machte sich Elija nach Sarepta auf. Als er an das Stadttor kam, war dort eine Witwe, die Holz auflas. Elija sprach sie an und sagte: »Hol mir doch bitte einen kleinen Krug mit Wasser. Ich möchte etwas trinken.«
11 Als sie wegging, um es zu holen, rief er ihr nach: »Bring mir doch bitte auch ein Stück Brot mit.«
12 Da antwortete sie: »So gewiss der Herr, dein Gott, lebt! Ich habe überhaupt keine Vorräte mehr. Nur noch eine Handvoll Mehl ist im Krug und etwas Öl in der Kanne. Ich wollte gerade ein paar Hölzchen sammeln, wieder heimgehen und etwas aus den Resten backen. Mein Sohn und ich wollten noch einmal etwas essen und danach sterben.«

13 Da sprach Elija: »Fürchte dich nicht! Geh nur und tu, was du gesagt hast. Aber mach zuerst für mich ein kleines Brot und bring es zu mir heraus. Danach kannst du für dich und deinem Sohn etwas backen.
14 Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Der Mehlkrug wird nicht leer werden, und die Ölkanne wird nicht versiegen. Das wird so bleiben bis zu dem Tag, an dem der Herr wieder Regen schenkt und es auf den Ackerboden regnen wird.«

15 Sie ging los und tat, was Elija gesagt hatte. Und tatsächlich hatten sie alle drei zu essen: Elija, die Frau und ihr Sohn, Tag für Tag.
16 Der Mehlkrug wurde nicht leer und die Ölkanne versiegte nicht. So hatte es der Herr durch Elija gesagt.

Eine wundersame Geschichte wie aus der Feder der Gebrüder Grimm, die mich eher an „Tischlein deck dich“, das Schlaraffenland oder an das Märchen vom „Süßen Brei“ erinnert.

Was möchte uns dieser Text über den Propheten Elija erzählen? Ich möchte ihn als Hoffnungstext lesen. Dass das scheinbar Unmögliche, ja Wundersame bei Gott möglich ist.

Dass es sich lohnt, trotz aller Vernunft, auf das Eingreifen Gottes zu hoffen. Dort, wo man nicht mehr zu hoffen wagt, Schritte im Glauben zu gehen. Man sagt, der Glaube versetzt Berge. Und ja, der Glaube an den einen Gott versetzt Berge – wenn die Distanz zwischen den Menschen sich in Nächstenliebe wandelt, wenn Versöhnung gelingt, wenn todbringende Krankheitsdiagnosen nicht eintreffen. Die Geschichte von Elija macht uns das deutlich. Gott erbarmt sich über den einzelnen Gläubigen und er versorgt ihn. Manchmal mit irdischen Dingen wie Geld, Mehl und Öl, aber wie viel mehr mit seiner Liebe, die niemals ausgeht.

So heißt es: Ich gebe ihm Wasser, das in ihm zu einer Quelle wird, die bis ins ewige Leben weitersprudelt. Joh 4,14

Oder „Kommt her zu mir, ich will euch erquicken.“ Math 11,28

Und nicht zuletzt sind wir immer wieder aufs Neue eingeladen, an seinem Tisch Platz zu nehmen und mit ihm Abendmahl zu feiern.

Gott

 

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