Archiv Predigten

ausgewählte PredigtEN  der Ev. Kirchengemeinde Erfurt-Südost sind hier für einen Monat nach dem Erscheinen bzw nach dem jeweiligen Gottesdienst nachlesbar bzw nachhörbar

Gottesdienst zu Trinitatis in der Gustav-Adolf-Kirche

Gottesdienst zu Trinitatis in der Gustav-Adolf-Kirche

Am 12. Juni lädt Pfarrer OGP Thomas Riedel Sie zum Gottesdienst

ab 09:30 Uhr in die Gustav-Adolf-Kirche ein.

Lesen Sie hier seine Betrachtungen und Gedanken zu Trinitatis

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay 

Gedanken zu Römer 11,33-36, 12.06.2022 Trinitatis

Liebe Leserinnen und Leser,

heute am Sonntag Trinitatis geht es, man hört es schon, um Drei. Und natürlich nicht um irgendjemanden, sondern um Gott. Den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist und wie sie miteinander in Beziehung stehen. Eine Umschreibung, die doch manch einen ins Stutzen bringt. Denn wie kann einer in drei Persona auftreten?

Auch ich als langjähriger Christ habe da meine Fragen. Ehrlich gesagt, kann ich dieses Konstrukt auch nicht einfach aufklären. Wahrscheinlich ist es auch eher unwichtig, dies im Detail zu erläutern. Denn eines steht fest: wenn wir über Gott reden, dann reden wir immer über ein „Wesen“, das außerhalb unseres Erkenntnishorizontes agiert. Gott ist eindeutig größer als das, was wir mit unserem Verstand fassen können. Damit wird es für uns natürlich schwierig, eine 100% schlüssige Erklärung zu geben.

Müssen wir an dieser Stelle resignieren? Nein! Gott ist umfassender, als ein Mensch begreifen kann. Aber er lässt sich auf eine Geschichte mit uns Menschen ein und offenbart uns mit der Zeit immer mehr von sich. Wir können über Gott sagen, dass er zu uns in Beziehung stehen will. Das ermöglicht uns, ihn zu erfahren. Gott ist die reine Form von Beziehung. Er sehnt sich nach einer Verbindung mit uns. Niemand ist von seiner Gegenwart ausgeschlossen. Etwas, das sich sonst nirgendwo findet. Das ist schon etwas Besonderes. Gott will nicht für sich sein. Das sehen wir auch in den Sakramenten, der Taufe, im Abendmahl (kathol. Taufe, Eucharistie, Firmung, Ehe, Buße, Weihe und Krankensalbung). Alles Momente, die Beziehung stiften. Wir können uns Gott also nicht mit reinem Wissen erschließen, sondern wir müssen ihn erleben, um von ihm sprechen zu können. Das macht auch die Bibel. Sie erzählt uns von den Erfahrungen, die Menschen mit Gott gemacht haben.

Dass Gott pure Beziehung ist, findet Ausdruck in der Dreieinigkeit. Zwischen Gott, dem Sohn und dem Heiligen Geist gibt es kein Machtgerangel. Weil es nicht drei Personen sind, die miteinander konkurrieren, sondern weil es der EINE Gott ist. Vielleicht kann man sich dem Dreieinigen Gott so am leichtesten annähern. Man schaut nicht auf die Person, sondern auf das, was bewirkt wird:

Das Schöpfungswerk des Vaters – Gott, der alles geschaffen und initiiert hat. Er, durch den alles ist und begann.

Das Versöhnungswerk des Sohnes – Gott, der durch Jesus Christus die Verbindung zu uns Menschen wieder hergestellt hat.

Das Vollendungswerk des Heiligen Geistes – in dem wir vollkommen werden. Begabt. Und in dieser „Begeisterung“ auch befähigt seine Liebe zu den Menschen weitergeben zu können. Damit auch andere Menschen von der Liebe Gottes erreicht werden und wieder neue Beziehung mit Gott gestiftet wird.

 

Alles in allem kann man doch nur ins Staunen kommen über diese Größe und Liebe Gottes zu uns und zu seiner Schöpfung. Eben über ihn, der sich außerhalb der Zeit bewegt. In unserem Predigttext fasst ein Christ aus früheren Zeiten sein Staunen in Worte. Da heißt es:

Römer 11,33-36

33 Wie unerschöpflich ist doch der Reichtum Gottes, wie tief seine Weisheit und Erkenntnis! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen und wie unerforschlich seine Wege! 34 Wer kennt die Gedanken des Herrn? Wer ist sein Berater gewesen? 35 Wer hat ihm je etwas gegeben, sodass er es von ihm zurückfordern könnte? 36 Denn alles hat in ihm seinen Ursprung. Durch ihn besteht alles und in ihm hat alles sein Ziel. Denn er regiert in Herrlichkeit für immer. Amen

Letztlich bleibt uns nur Gott anzubeten, ihn zu loben und ihm zu Danken, eben uns zu ihn in Beziehung zu setzten.
 


Zusammenfassend kann man sagen: Als Vater erschafft Gott Himmel und Erde und erwählt sich ein Volk, als Sohn kommt er allen Menschen zum Heil. Schließlich bezieht Gott in jedem Einzelnen Wohnung: als Begeisterung, als Tröster und als Liebeskraft. Um mit uns verbunden zu sein, in diesem Leben und darüber hinaus.

Thomas RiedelBild von Gerd Altmann auf Pixabay
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