Archiv Predigten

ausgewählte PredigtEN  der Ev. Kirchengemeinde Erfurt-Südost sind hier für einen Monat nach dem Erscheinen bzw nach dem jeweiligen Gottesdienst nachlesbar bzw nachhörbar

Gottesdienst am 2. Weihnachtstag

Gottesdienst am 2. Weihnachtstag

Am 26.12. lädt OGP Thomas Riedel ab 10 Uhr zu einem Weihnachtsgottesdienst in die Gustav-Adolf-Kiche ein.

Hier können Sie seine Predigt vor- bzw Nachlesen.

Predigt zu Jes. 7,10-14 (2.Weihnachtsfeiertag)

 

Liebe Gemeinde,

Weihnachten erzählt davon, dass Gott mit uns ist, dass er sich auf den Weg macht, um bei einem jeden von uns zu sein. Offensichtlich wird Gott nicht müde, uns Jahr für Jahr, Tag für Tag, zu begegnen. Dabei könnte ich es gut verstehen, wenn Gott irgendwann sagen würde, dass es ihm reiche, sich immer wieder anzubieten. Die Resonanz bei den Menschen ist ja offensichtlich verhalten. Doch wenn ich schon längst aufgegeben hätte, kommt das für Gott nicht in Frage.

Davon berichtet auch unser Predigttext aus dem Buch des Propheten Jesaja. Er spielt in einer Zeit ca. 720 Jahre vor Christus. König Ahas war zu dieser Zeit König von Juda. Um sich seiner Widersacher zu entledigen, holte er die Assyrer ins Land. Das hatte zwar zur Folge, dass er seine Gegner loswurde. Leider hatte Ahas aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn er selbst wurde dadurch bei den Assyrern tributpflichtig. Hunderttausende Menschen wurden verschleppt, viele starben. In dieser Situation wird uns von einem Gespräch zwischen Jesaja, dem Propheten, und Ahab, dem König, berichtet.

Der Unglaube des Ahas und das Zeichen des Immanuel

10Weiter ließ der Herr Ahas sagen:11»Bitte den Herrn, deinen Gott, zur Bestätigung um ein Zeichen. Du selbst kannst wählen, woher es kommen soll: vom Totenreich unten bis zum Himmel oben.«12Ahas aber antwortete: »Ich will nicht um ein Zeichen bitten, um den Herrn nicht auf die Probe zu stellen.«13Da sprach Jesaja: »Hört, ihr vom Haus David! Genügt es euch nicht, Menschen müde zu machen? Müsst ihr auch noch meinen Gott müde machen?14Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben. Ihr werdet sehen: Die junge Frau wird schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen. Den wird sie Immanuel, ›Gott mit uns‹, nennen.

Gott ist erstaunlich. Die Menschen, in diesem Fall Ahas, aber wir können da gern auch uns selbst einsetzten, fabrizieren in ihrem Wirken oft nur halb durchdachte Sachen. Gut gemeint, aber schlecht gemacht. Oberflächlich ausgedacht so ist vieles in unserem Leben. Und der größte Fehler den Ahas/ wir begehen, ist das wir Gott in unseren Plänen außen vorlassen. Ihn nicht mit einbeziehen und schon gleich gar nicht nach seinem Willen fragen.          
Ahas hörte nicht auf die Warnungen Jesajas. Nein, er stellte Götzenbilder auf und gab die Schätze Jerusalems preis. Alles, um seinen eigenen Vorteil zu haben. Nach Gott selbst fragte er schon lange nicht mehr. Sowohl Juda, als auch Israel, sind in einem schwachen und von Gott fernen Zustand. Dennoch, hatte Gott den Einen, nämlich Christus, in Aussicht, durch den der Segen schließlich wieder für sein ganzes Volk erlangt werden würde. Sicher, es sollte noch eine ganze Menge Zeit vergehen, bis der ersehnte Retter auf die Bildfläche treten würde. Aber trotzdem, Gott lässt seine Leute nicht im Stich, auch wenn sie es verdient hätten.

Ich denke, das ist die Weihnachtsbotschaft. In einer Welt, die chaotisch und unberechenbar scheint – in einem Leben, das wir frei wählen können, und dabei sicher oft nicht den richtigen Weg einschlagen – dürfen wir uns trotz allem vergewissern, dass Gott da ist. „Denn er heißt: Immanuel – Gott mit uns!“

Wenn wir dies für uns annehmen können, dass Gott mit uns ist, kann das unser Leben und unsere Haltung verändern. Und dann kann der Liedvers von Paul Gerhardt auch auf uns zutreffen. Wenn er da schreibt: Sehet, was hat Gott gegeben; seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud. (EG 39 Kommt und lasst uns Christus ehren)

Die Weihnachtsfreude, die hier beschrieben wird, darf uns nicht nur zu Weihnachten ergreifen – sie ist da für uns, Jahr für Jahr und Tag für Tag.

In diesem Sinne, Gott ist mit uns! Amen.

 

Hier finden Sie den Beitrag der EKMD zum 2. Weihnachtstag

 

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