Archiv Predigten

PredigtEN  der Ev. Kirchengemeinde Erfurt-Südost sind hier für einen Monat nach dem Erscheinen bzw nach dem jeweiligen Gottesdienst nachlesbar bzw nachhörbar

14. Februar 2021 - Estomihi

14. Februar 2021 - Estomihi

Herzliche Einladung zum Gottesdienst zum Valentinstag am 14.2.2021 ab 10:00 Uhr in der Gustav-Adolf-Kirche bzw dem Gemeindezentrum
mit OGP Thomas Riedel.
Hier können Sie die Predigt zum Valentinstag vor- bzw. nachlesen:

Predigt zu 1.Kor 13,1-13 (Valentinstag)

Lieber Leser und Leserinnen,

Heute ist Valentinstag! Der Tag der Liebenden …oder wie es in Schweden heißt: „Tag der Herzen“. Valentinstag gibt es nicht nur bei uns, es ist ein weltweites Ereignis. Es ist der Tag, an dem man seine Zuneigung gegenüber einem anderen Menschen offenlegt.

Hat ein Mensch, der Sie mag, sich heute schon bei Ihnen gemeldet und Ihnen gesagt, wie wichtig Sie für ihn sind?! Wurden Sie heute schon beschenkt?

Bei uns zeigen sich Menschen durch Blumen, dass sie sich mögen/ lieben, hauptsächlich durch rote Rosen. In anderen Ländern gibt es andere Sitten, z. B.:

  • In Dänemark werden Blumensträuße mit Schneeglöckchen verschenkt.
  • In Japan werden nur Männer beschenkt, oft mit dunkler Schokolade.
  • In Wales werden Love Spoons – wunderbar geschnitzte Holzlöffel – verschenkt, allerdings schon am 25. Januar.
  • In Italien werden Liebesschlösser mit Namensgravur angebracht.
  • In den USA wird alles beschenkt – Hund, Katze, Kind, Mann + Frau, demzufolge wird auch alles Mögliche verschenkt.

Eins haben alle Traditionen dennoch gemeinsam, die Menschen tun es aus Liebe.

Die Beatles haben mal gedichtet: „All you need is love“ - „Alles, was du brauchst, ist Liebe“.

Genauso ist es, wir brauchen Liebe. Sie ist der Grundstein, der uns am Leben hält. Liebe verändert nicht nur uns, sondern auch wie wir uns verhalten. Wer voll Liebe für seine Mitmenschen ist, kann sie nicht gleichzeitig hassen. Das hat große Auswirkungen auf unser Miteinander. Über den Stellenwert der Liebe spricht auch die Epistel für diesen Sonntag.

Das Hohelied der Liebe (1.Korinther 13,1-13)

131Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. 2Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. 3Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und meinen Leib dahingäbe, mich zu rühmen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze. 4Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, 5sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, 6sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; 7sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. 8Die Liebe höret nimmer auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. 9Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. 10Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. 11Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. 12Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. 13Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Das ist ein Bibeltext, der gerne zu Hochzeiten gelesen wird. Und nun steht dieser Text, der sonst in romantischer Atmosphäre vorgetragen wird und natürlich auch super zum Valentinstag passt, im Kontext eines Sonntages, der eigentlich über die Leidens-ankündigung Jesu und den Ruf in die Nachfolge spricht. Denn wir befinden uns direkt vor der Passionszeit – eine Zeit, die uns an das Opfer, an das Leiden Jesus erinnert… Wie passt das zusammen?

Eigentlich spricht der Text gar nicht von der Liebe zwischen zwei Menschen, sondern er spricht von der Liebe Gottes zu uns. Der größten Liebe, die man sich vorstellen kann. Das Leiden Jesu ist ein Leiden aus Liebe, für uns manchmal unverständlich, warum das so sein muss. Aber Fakt ist, dass Gott das alles auf sich nahm, weil er sagt: Du bist es wert, dass ich für dich sterbe.

Mich persönlich überwältigt das … Was für eine Wertschätzung meiner Person! Wer sonst würde sich schon für mich in den Tod geben? Seine „weltliche“ Existenz aufgeben, damit ich weiterleben kann… eine unfassbare Liebe!

Diese Art, wie Gott uns Menschen liebt, kann uns ein Vorbild sein, wie wahre Liebe aussieht. Seine Liebe zu uns ist … langmütig, …freundlich, …eifert nicht, …treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, 5sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, 6sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; 7sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. SEINE 8… Liebe höret nimmer auf!

Und es ist gut, dem nachzueifern. Aber letztlich stelle ich mir die Frage, ob wir Menschen in dieser Perfektion, wie es der Text beschreibt, wirklich lieben können. Lassen Sie sich deshalb füllen von der Liebe Gottes. Denn womit unser Herz gefüllt ist, das geht auch in unsere Taten über. Das ist es, wovon die Bibel spricht, wenn es heißt: Folge Gott nach! Werde Licht! Liebe deinen Nächsten! … Das geht nur, wenn wir uns mit seiner Liebe füllen lassen. Vielleicht kann man es in einem Bild darstellen. Ein Wasserkrug kann nur das weitergeben, mit dem er gefüllt ist. Ist er mit Essig gefüllt, kommt Essig heraus; ist er mit süßem Saft gefüllt …

Wie werden wir gefüllt mit Gottes Liebe? Ich bin der Meinung, dies geschieht, wenn wir in Gottes Wort lesen und uns mit anderen über sein Wort austauschen und füreinander beten.

Heute ist Valentinstag. Stellen Sie sich vor, Gott steht mit einer Rose vor Ihnen und sagt: „Ich liebe dich, denn du bist mir so wichtig! Komm, komm mit mir! Folge mir nach!“

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie gefüllt werden von der Liebe Gottes, dass Sie so viel davon haben, dass Sie diese dann weitergeben können – in Worten und Taten.

Gott liebt dich und er segne dich! Amen.

Thomas Riedel
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